Die Urkrise ist eine „Fehl“-Entwicklung im menschlichen Denken. „Fehl“-Entwicklung, weil in der aktuellen Konfiguration die Sicht der Menschheit auf sich selbst und ihre Umwelt sich selbst behindert, und weder sozial noch wissenschaftlich gesehen, eine Weiterentwicklung der Menschheit ermöglichen kann. Es handelt sich um eine religiöse und eine kartesianische Krise, die sich hauptsächlich in der Erfindung unseres Ichs manifestiert. Wir unterteilen die Welt in eine materielle und eine (anscheinend höherwertige ) geistige Welt und daraus resultierend, teilen wir unser Sein auf in Körper und Geist/Seele/Psyche (die einzelnen Perspektiven/Begriffe haben je eigene Problemstellungen), die Umwelt in eine, die wir „sehen“ können und eine „Welt hinter den Dingen“, eine Götterwelt, eine Geisterwelt, Magie. Auf Grund der rasanten Entwicklung der Wissenschaft ist es der Menschheit aber bereits möglich, die Welt, die wir erleben, die wir erfahren, wahrnehmen, durch und durch zu erklären, ohne auf eine irgendwie geartete geistige oder göttliche Sphäre zurückgreifen zu müssen. Deren auf der Grundlage unserer (zuvor teils unerklärlichen) Erfahrungen und Wahrnehmungen postulierte Existenz ist Okhams Rasiermesser zufolge abzulehnen, wenn die phänomenal wahrgenommene Welt ohne sie erklärbar geworden ist. Wenn die „Welt hinter den Dingen“ mit neuen physikalischen Theorien erklärbar geworden ist, sich Magie als Technologie entpuppt, Computer „Geistes“-Leistungen vollbringen können, hindert uns im Gegenteil diese Art des Sehens, Denkens, Einordnens daran, in unserer Erfahrbarung und Denkbarkeit, Erklärbarkeit der Welt voranzukommen. Wir können nicht unsere Zeit mit der Suche nach der Seele im Gehirn oder der Erklärung von einer überhaupt nicht vorhandenen Ich-Identität verschwenden. Mehr und mehr zeigt sich, dass unsere „geistigen“, „psychischen“, religiösen Erfahrungen in noch nicht verstandenen elektrischen und chemischen Prozessen physisch vermittelt werden, somit das ganze Ich-Konstrukt (und mit ihm eine ganze Welt der Begrifflichkeiten) neu gedacht werden müssen.
Diese bisherigen Begriffe sind nicht als solche schlecht, sie entsprechen der (biologisch bedingt begrenzten) Wahrnehmung der konkreten Alltagswelt der Menschen. Mit der Veränderung der Alltagswelt müssen sich auch die Begriffssysteme ändern, so wie sie sich seit jeher (auch durch die Philosophie) entwickelt haben, wodurch die Vorstellung des Menschen von sich selbst und in seiner Interaktion mit der Umwelt evolviert. Da uns heute Messinstrumente und Denkinstrumente Einblicke in bisher nicht untersuchbare Elemente des Seins geben, reichen diese Begriffe aus der Alltagswelt und Wahrnehmung nicht mehr aus. Ein Beispiel: Wir sagen noch immer Sonnenuntergang, obwohl wir schon seit Kopernikus sicher wissen können, dass es nicht die Sonne ist, die sich bewegt. Das Wort Sonnenuntergang funktioniert aber in der Alltagskommunikation weiter, obwohl es inkorrekt ist. Trotzdem halten wir in unserem Gehirn eine falsche Wahrnehmung aufrecht, gegen die das Gehirn kontinuierlich andenken muss. Vergleichbar, ist Descartes bzw. die christlich-jüdische Körper-Geist Trennung nicht rein falsch, sondern eine konsequente Perspektive, konsequent aus dem kleinadeligem, christlichem Mannsein im 17. Jahrhundert und perpetuiert die traditionelle Trennung in materielle und immaterielle Welt. Aus der unantastbaren Basis unseres gesamten Denkens und Redens folgt ein Problem der Sprache mit all ihren semantischen und formalen Vernetzungen. Wir können uns neuer Denkweisen nur öffnen, wenn wir mit neuen Worten über neue Begriffe reden. Hier kommen die Kognitionswissenschaften, die die naturwissenschaftlichen, medizinischen, psychologischen und soziologischen Forschungsergebnisse im Hinblick auf das Sein zusammenführt und die materialistische Philosophie des Geistes, die diese Ergebnisse mit systemischen Modellen und Theorien (siehe reduktiver Materialismus, Chalmer) begleitet, ins Spiel.
Wir wissen bereits, dass wir die „Welt“ nicht so „wahrnehmen“, „wie sie wirklich ist“. Unsere Organe liefern nur bruchstückhafte Informationen über bestimmte Ausschnitte der Welt, des Lichtspektrums, der Tonfrequenzen, Elektromagnetism, Größenwahrnehmung und unsere Verarbeitungswerkzeugen können nur einen kleinen Bruchteil der physischen Welt überhaupt internalisieren. Mit der Wissenschaft erweitert sich unsere Wahrnehmungsfähigkeit durch Detektoren und Interpretationshelfern (Computer), und unsere Vorstellung von Welt und Mensch muss überarbeitet werden. Da wir mehr darüber wissen, wie das „Denken“ wirklich funktioniert, können wir althergebrachte Modelle und Denkweisen auf ihre Adäquatheit im Hinblick auf neue Erkenntnisse hin überprüfen und müssen sie verwerfen, wenn sie nicht ausreichen, um diese zu erklären. Es ist gesamtsystemisch möglich, unser Denken, unsere Sprache(n), unsere Rede so anders zu gestalten, dass ein vollkommen anderes Leben für die gesamte Menschheit möglich ist, viel mehr entsprechend einer Realität, die doch von allen so als Referenzpunkt ihres Seins heranzitiert wird. Hier können ganze Bereiche dessen, was mit „erfülltem, glücklichem Leben“ verstanden wird, auf ganz anderen Ebenen geschaffen werden.
Dem aktuellen Stand der Forschung nach kann man unser Denken, Fühlen, Spüren, Ich, Bewusstsein als die Auslesungsmethode, den Decoder, verstehen, mit der/dem wir die Zustände in unserem Gehirn „auslesen“. Es ist die Art, wie das Gehirn sich selber liest. Dieses Auslesen hat sich ebenso evolutionär entwickelt, wie der Rest der biologischen Welt, was die Faszination der Frage nach dem Bewusstsein erklärt, denn uns fällt schwer, uns das graduell vorzustellen. Entweder man hat Bewusstsein oder nicht (Gedankenexperiment). Mit kognitionswissenschaftlich orientierten Begriffen sind wir nun zunehmend in der Lage, das Auslesen exakter zu gestalten, exakter zu beschreiben, besser zu verstehen. Die Begriffe aus der religiösen bzw. der cartesianischen Phase der Menschheit können diese Art des Denkens nicht beschreiben, nicht solange wir in Dichotomien Geist v. Körper, Welt v. Gottsphäre etc. denken.
Diese neuere Perspektiven sind bereits vorhanden, werden aber weitgehend abgelehnt, weil sie alles in Frage stellen, was derzeit unter Sein verstanden wird, weil sie, wie schon die Evolutionstheorie, die Rolle des Menschen in der Welt vollkommen umstoßen, und allen Begriffe, allen Wörter, allen Sprachen, kulturellen Formen die Verlässlichkeit entziehen. Darin liegt die Notwendigkeit zur Diktatur begründet, denn um in anderen Formen denken zu lernen, müssen mindestens ein bis zwei Generationen jenseits der bisherigen Denkmuster (Religion, Geist v. Körper, richtig v. falsch, moralisch, Genderrollen, Familie, Stamm, meins v. deins) aufwachsen, ohne den Glauben an ein unsichtbares magisches Wesen, das dem „Frommen“ hilft, und demzufolge nicht in der Umwelt der so denkenden Menschheit, da unter diesen Umständen nicht erwartet werden kann, dass sie anders denken.
Epilog:
Natürlich besteht die Möglichkeit, dass sich die Begriffe nach und nach „von selbst“ ändern, dass der reduktive Materialismus mehr Verbreitung erfährt. Eine solche „natürliche“ Entwicklung würde jedoch mehrere Jahrhunderte in Anspruch nehmen, zu lang für die Geduld des Imperators, und zu lang für die Wahrscheinlichkeiten im Hinblick auf die Möglichkeit unserer eigenen Auslöschung.
Märchen
Diese bisherigen Begriffe sind nicht als solche schlecht, sie entsprechen der (biologisch bedingt begrenzten) Wahrnehmung der konkreten Alltagswelt der Menschen. Mit der Veränderung der Alltagswelt müssen sich auch die Begriffssysteme ändern, so wie sie sich seit jeher (auch durch die Philosophie) entwickelt haben, wodurch die Vorstellung des Menschen von sich selbst und in seiner Interaktion mit der Umwelt evolviert. Da uns heute Messinstrumente und Denkinstrumente Einblicke in bisher nicht untersuchbare Elemente des Seins geben, reichen diese Begriffe aus der Alltagswelt und Wahrnehmung nicht mehr aus. Ein Beispiel: Wir sagen noch immer Sonnenuntergang, obwohl wir schon seit Kopernikus sicher wissen können, dass es nicht die Sonne ist, die sich bewegt. Das Wort Sonnenuntergang funktioniert aber in der Alltagskommunikation weiter, obwohl es inkorrekt ist. Trotzdem halten wir in unserem Gehirn eine falsche Wahrnehmung aufrecht, gegen die das Gehirn kontinuierlich andenken muss. Vergleichbar, ist Descartes bzw. die christlich-jüdische Körper-Geist Trennung nicht rein falsch, sondern eine konsequente Perspektive, konsequent aus dem kleinadeligem, christlichem Mannsein im 17. Jahrhundert und perpetuiert die traditionelle Trennung in materielle und immaterielle Welt. Aus der unantastbaren Basis unseres gesamten Denkens und Redens folgt ein Problem der Sprache mit all ihren semantischen und formalen Vernetzungen. Wir können uns neuer Denkweisen nur öffnen, wenn wir mit neuen Worten über neue Begriffe reden. Hier kommen die Kognitionswissenschaften, die die naturwissenschaftlichen, medizinischen, psychologischen und soziologischen Forschungsergebnisse im Hinblick auf das Sein zusammenführt und die materialistische Philosophie des Geistes, die diese Ergebnisse mit systemischen Modellen und Theorien (siehe reduktiver Materialismus, Chalmer) begleitet, ins Spiel.
Wir wissen bereits, dass wir die „Welt“ nicht so „wahrnehmen“, „wie sie wirklich ist“. Unsere Organe liefern nur bruchstückhafte Informationen über bestimmte Ausschnitte der Welt, des Lichtspektrums, der Tonfrequenzen, Elektromagnetism, Größenwahrnehmung und unsere Verarbeitungswerkzeugen können nur einen kleinen Bruchteil der physischen Welt überhaupt internalisieren. Mit der Wissenschaft erweitert sich unsere Wahrnehmungsfähigkeit durch Detektoren und Interpretationshelfern (Computer), und unsere Vorstellung von Welt und Mensch muss überarbeitet werden. Da wir mehr darüber wissen, wie das „Denken“ wirklich funktioniert, können wir althergebrachte Modelle und Denkweisen auf ihre Adäquatheit im Hinblick auf neue Erkenntnisse hin überprüfen und müssen sie verwerfen, wenn sie nicht ausreichen, um diese zu erklären. Es ist gesamtsystemisch möglich, unser Denken, unsere Sprache(n), unsere Rede so anders zu gestalten, dass ein vollkommen anderes Leben für die gesamte Menschheit möglich ist, viel mehr entsprechend einer Realität, die doch von allen so als Referenzpunkt ihres Seins heranzitiert wird. Hier können ganze Bereiche dessen, was mit „erfülltem, glücklichem Leben“ verstanden wird, auf ganz anderen Ebenen geschaffen werden.
Dem aktuellen Stand der Forschung nach kann man unser Denken, Fühlen, Spüren, Ich, Bewusstsein als die Auslesungsmethode, den Decoder, verstehen, mit der/dem wir die Zustände in unserem Gehirn „auslesen“. Es ist die Art, wie das Gehirn sich selber liest. Dieses Auslesen hat sich ebenso evolutionär entwickelt, wie der Rest der biologischen Welt, was die Faszination der Frage nach dem Bewusstsein erklärt, denn uns fällt schwer, uns das graduell vorzustellen. Entweder man hat Bewusstsein oder nicht (Gedankenexperiment). Mit kognitionswissenschaftlich orientierten Begriffen sind wir nun zunehmend in der Lage, das Auslesen exakter zu gestalten, exakter zu beschreiben, besser zu verstehen. Die Begriffe aus der religiösen bzw. der cartesianischen Phase der Menschheit können diese Art des Denkens nicht beschreiben, nicht solange wir in Dichotomien Geist v. Körper, Welt v. Gottsphäre etc. denken.
Diese neuere Perspektiven sind bereits vorhanden, werden aber weitgehend abgelehnt, weil sie alles in Frage stellen, was derzeit unter Sein verstanden wird, weil sie, wie schon die Evolutionstheorie, die Rolle des Menschen in der Welt vollkommen umstoßen, und allen Begriffe, allen Wörter, allen Sprachen, kulturellen Formen die Verlässlichkeit entziehen. Darin liegt die Notwendigkeit zur Diktatur begründet, denn um in anderen Formen denken zu lernen, müssen mindestens ein bis zwei Generationen jenseits der bisherigen Denkmuster (Religion, Geist v. Körper, richtig v. falsch, moralisch, Genderrollen, Familie, Stamm, meins v. deins) aufwachsen, ohne den Glauben an ein unsichtbares magisches Wesen, das dem „Frommen“ hilft, und demzufolge nicht in der Umwelt der so denkenden Menschheit, da unter diesen Umständen nicht erwartet werden kann, dass sie anders denken.
Epilog:
Natürlich besteht die Möglichkeit, dass sich die Begriffe nach und nach „von selbst“ ändern, dass der reduktive Materialismus mehr Verbreitung erfährt. Eine solche „natürliche“ Entwicklung würde jedoch mehrere Jahrhunderte in Anspruch nehmen, zu lang für die Geduld des Imperators, und zu lang für die Wahrscheinlichkeiten im Hinblick auf die Möglichkeit unserer eigenen Auslöschung.
Märchen
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